Telekommunikation.
- 46 Prozent der Deutschen, die ins Internet gehen, tun dies
mittlerweile über einen DSL-Zugang. Das sind 7 Prozent mehr als im
vergangenen Jahr. So lautet ein Ergebnis des "(N)Onliner Atlas", einer
Studie zur Nutzung und Nichtnutzung des Internets in Deutschland
Diese
Tür der Bundesdruckerei passiert man nicht so einfach. Schließlich
herrscht höchste Sicherheitsstufe an dem Ort, an dem die Hälfte des
deutschen Geldes gedruckt wird. Nur an diesem Abend tummeln sich hier
viele Hausfremde: Hier wird der "(N)Onliner Atlas 2006" in einer
Podiumsdiskussion vorgestellt. In diesem Jahr befasst sich der
Sonderteil der Studie mit dem Thema Sicherheit, passend zum Ort der
Veranstaltung:
"Wir haben die
letzten Jahre auch sicher einiges an Lehrgeld zahlen müssen. Das ist
auch ganz klar. Wir haben gewisse Dinge möglicherweise auch falsch
eingeschätzt."
So klingt es, wenn der Vorsitzende der
Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Jürgen Gallmann,
eingesteht, dass sein Unternehmen die Frage der Online-Sicherheit
unterschätzt hat. Das soll sich ändern. Microsoft ist neben Siemens und
Intel Partner des (N)Onliner Atlas 2006.
In ihrem Auftrag hat TNS Infratest im Frühjahr dieses Jahres 50.000
Personen in Deutschland nach ihrer Nutzung oder Nicht-Nutzung des
Internets befragt. Infratest-Geschäftsführer Hartmut Scheffler:
"Wir
haben bestimmte Gruppen, die seltener ins Netz gehen. Das Thema
Männer/Frauen ist eines gewesen. Frauen haben jetzt erstmals die 50
Prozent überschritten, also 51,5, Männer sind signifikant häufiger
online. Das hat damit zu tun, dass der Berufsanteil unter Männern höher
ist und Beruf sehr viel zu tun hat mit der fast automatischen Nutzung
oder gezwungen Nutzung von Online."
Und einen Beruf hat vor allem derjenige, der in den Genuss einer guten Ausbildung gekommen ist, so Scheffler:
"Hier
ist ein sehr wichtiger Wert: Volksschule, Hauptschule, ohne Lehre oder
mit Lehre. Allein die Tatsache, dass Sie danach in eine geordnete
berufliche Ausbildung kommen, die dann automatisch häufig
Internetnutzung mit sich bringt, verdoppelt fast den Onliner-Wert, von
24 Prozent bei denjenigen, die keine Lehre machen konnten oder durften,
auf 46 Prozent mit Lehre."
Aus diesen und anderen
Ergebnissen der Studie lässt sich ein Profil des klassischen Nonliners
erstellen. Dieser Nicht-Nutzer des Internets ist weiblich, hat eine
schlechte Ausbildung, außerdem ein geringeres Einkommen, wohnt in einer
ländlichen Gegend in Ostdeutschland und gehört zu den älteren Menschen.
Dieses Ergebnis verwunderte die Teilnehmer der Podiumsdiskussion nicht,
schon gar nicht die freie Computertrainerin Veronika Kaiser. Sie
betreut vor allem hilflose Nutzerinnen, oft auch ältere, und rät ihnen,
Kurse im Rahmen der Initiative 50plus zu besuchen:
"Da
gibt es unter anderem auch ein Schwerpunkthema Sicherheit, wo
Anfängerinnen und Anfänger nicht nur lernen, wie öffnet man einen
Browser und wie schließt man ihn wieder, sondern auch noch mal die
Begriffe ausklamüsert bekommen: Was ist eine Firewall? Wieso brauche
ich eine Firewall und einen Virenschutz? Was ist ein trojanisches
Pferd? Das wissen Anfängerinnen und Anfänger nicht. Es wird nicht
kommuniziert."
So ist die Nutzung und Nicht-Nutzung des
Internets immer eng mit der Sicherheitsfrage verknüpft. Auch deshalb
befasst sich das diesjährige Sonderthema des Onliner-Atlas mit der
Online-Sicherheit. Jürgen Gallmann von Microsoft:
"80
Prozent der Befragten sagen doch tatsächlich, sie sind einigermaßen
sicher bis vollkommen sicher. Das hängt natürlich so ein bisschen davon
ab, wie man das ganze Thema Viren und Hacker einschätzen kann. Aber man
muss feststellen: Je größer die Kenntnisse der Anwender sind, je
sicherer fühlen sie sich auch."
Ob die gefühlte
Sicherheit der tatsächlichen entspricht, das wollten die Macher der
Studie genauer wissen. Sie überprüften mit einem Software-Tool die
Computer der Befragten. Das erfreuliche Ergebnis: 98 Prozent der
Rechner waren nicht infiziert. Das lässt sich auch damit erklären, dass
die Nutzer vor allem sich selbst in der Verantwortung sehen und nicht
mehr nur die Internetwirtschaft. 80 Prozent der Nutzer machen
mindestens ein Mal pro Monat ein Sicherheitsupdate des Betriebssystems.
Vielleicht auch, weil die meisten von ihnen schon Opfer von Dialern,
Würmern oder gefälschten Bank-E-Mails geworden sind. Aus Schaden wird
man bekanntlich klug.